Freitag, 15. März 2013

Recht enttäuschend

Erstmals veröffentlicht in: analyse&kritik 581, 15. März 2013

Auf ganzer Linie gescheitert sind die zersplitterten Neofaschisten bei den letzten Parlamentswahlen in Italien. Die Parteien Fiamma Tricolore und Forza Nuova traten nach verschiedenen Bündniserfahrungen diesmal wieder alleine an, blieben jedoch mit erheblichen Verlusten weit unter einem Prozent. Selbst von den drastischen Einbruch der Berlusconi-Koalition und der rechtspopulistischen Lega Nord konnten sie nicht profitieren. Einziger Gewinner war die Bürgerbewegung 5 Sterne von Beppe Grillo, der verkündet hatte, "das Vakuum zu füllen, das in anderen Ländern die Rechtsextremen besetzen". Doch auch ohne Grillo sind die Neofaschisten trotz Liebäugeleien mit Mitte-Rechts derzeit nicht mehrheitsfähig. Besonders trist ist das Abschneiden der 2006 gegründeten faschistischen Kulturbewegung CasaPound, die mit großen Hoffnungen erstmals angetreten waren. Mit 0,14 % auf gesamtstaatlicher Ebene ist ihr Schritt in die Politik vorerst eindeutig gescheitert. Selbst in ihrer Hochburg Rom schnitten sie kaum besser ab.